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EMO

Die Haare - Frisur

Beginnen wir ganz oben: Den Kopf schmückt meistens Haar. Emos mit Glatze sind eher die Ausnahme. Außerdem achten Emos meistens darauf, dass die “schwarze Frisur” auch sitzt. Die Frisur kann nur schwer beschrieben werden. Ich finde persönlich, dass die typische Emofrisur ein wenig der Gothik- und Darkszene entlehnt wurde. Die Haar sind meistens dunkelbraun oder schwarz gefärbt, recht kurz im Nacken und im Haupthaarbereich geschnitten. Dafür sind aber doch gerne Kotletten und vorallem ein seitlich geschnittener Pony quer über die Stirn in Begriff des ultiomativen Emo-Haircuts. Leider entdeckt man Variationen dieser doch recht schönen Frisur auch bei diversen Sängern von Tokio Hotel. Auch ist es immer so, wenn ein Trend erkannt wird, wird er kopiert und dies leider immer recht schlecht. Hier ist eine Ansammlung von verschiedensten Variationen des Emo-Hair-Cuts zu finden. (unbedingt ansehen!)

Bei Emos weiblichen Geschlechts erinnert der typsiche Haarschnitt sehr stark an Bettie Page. Dies war eine Fotomodell, der 50er Jahre, die für ihren unverwechselbaren Stil und die ersten offiziellen Bondage-Aufnahmen berühmt wurde. Adaptiert wurde der Stil von Frau Page durch das derzeit sehr bekannte “Emily The Strange“-Comic, die das ganze Dark-Image noch mehr mit Musik und Jugendkultur verband. Das dunkle, meist lange Haar mit kurzen schwarzen Pony ist das Markenzeichen all dieser Kids. Natürlich ist es auch möglich diese Frisur in blond zu tragen oder das schwarze bzw. blonde Haar mit Farbstrichen verschiedenster Art dezent oder aggressiv zu betonen. Das Haar wird gehalten durch Haarreifen und Haargummis mit Kirschen, Würfeln, Pünktchen usw. Diese Symbole wurden eindeutige der Rockabilly-Kultur entlehnt. Dazu aber später mehr.

Das Gesicht

Wenn eine Brille getragen wird, dann nur eine große, schwarze Hornbrille, die man sich von den Nerds abgeguckt hat. Ein Piercing steigert sowieso die Fremdwahrnehmung.

Auch vor Schminke, Eyeliner und Cayal schreckt der Durchschnitts-Emo, männlich wie weiblich, nicht wirklich zurück. Die Anleihen, die dabei aus der Wave-Gothic-Szene abgeguckt wurden, sind unübersehbar. Passt zwar nicht hier rein, Nagellack ist manchmal auch beliebt.

Die Klamotten

Die Klamotten sind ein sehr komplexes Thema. Sicherlich die ersten Emos sahen nicht so aus wie die heutigen. Es ist dabei ein eklatanter Unterschied festzustellen:

Während früher eine schlichte, aber doch recht enge Jeans mitsamt einem einfachen T-Shirt aus den Mailorder-Katalogen ausreichte, hat sich der männlich Emo durchaus herausgeputzt. Heute arbeitet er auch mit gestreiften T-Shirts oder trägt Shirts, auf denen Messages verbreitet werden, die kaum einer außerhalb des Genres versteht. Der poetische Ausdruck darin ist Pflicht und markantes Merkmal. Gerne wird auch das typische Aussehen durch Stehkragenjacken oder Kapuzenjacken, die mit Buttons gespickt werden vervollständigt. Aber auch der Pullunder, der vor allem bei Nerds sehr beliebt war und ist, wird gerne getragen und dem Emostyle zu geordnet.

Was gar nicht geht sind Trainingsanzüge (zuviel HipHop), Anzugshosen (zu viel Snob), Jeans- oder Lederjacken (zu viel Metal) oder alternative Bekleidungsstücke aus exotischen Materialen (zu viel Öko [würde man hierzulande sagen]). Auch Jeanshosen mit riesigen Schriftzügen sind absolut untersagt.

Man muss aber auch unterscheiden, welchem Subgenre sich ein Emo zugehörig fühlt. Ist er eher dem Emocore (wobei diese Kategorien mit Vorsicht zu genießen sind) zuzuordnen und schon etwas älter, dann wird er das klassische Outfits bevorzugen. Ist er eher ein Nerd, wird er genauso schlicht sich kleiden - Jeans, T-Shirt, Kapuzenjacke -, um nicht weiter aufzufallen. Siehe hier. Die neueste Generation, meist um 1990 geboren, nimmt zwar den klassischen Stil als Basis erweitert ihn aber zusehend um neue Elemente. Es wird mehr getragen was gefällt, zumal auch die Mainstreambekleidungsabteilen a là H&M, NewYorker und wie sie alle heißen den Trend durchaus ausgegriffen haben und ihn mit Stilelement des Punks bereichter haben. Ich denke auch, dass diese ganzen Marketingabteilungen ihr Angebot als “punkig” betrachten und mit der Emokultur nur wenig anfangen können, die Kunden aber gerne mitnehmen.

Auch bei den Damen gibt es ein weites Spektrum von möglichen Variationen des Emostyles. Zunächst geht es ganz klassisch mit der Anlehnung an den Betties mitsamt dem Rockebilly Rattenschwanz: Pünktchen, Streifen, Sterne auch gern mal Herzchen. Feststeht, dass aktuelle Trends der Mode durchaus aufgegriffen werden - wie z.B. die Röhrenjeans - und mit bekannten Emogehabe gemischt wird. Aber auch eine nerdige Version des Emogirls muss existieren. Sie unterscheidet sich kaum vom männlichen Emonerd: Jeans, T-Shirt, Stehkragenjacke, einfache Schuhe. Klick.

Die Schuhe

Auch bei Schuhbekleidung gibt es strikte Regeln. Beliebt sind vorallem Chucks, Jack Purcells, Oldschool-Vans und verschiedene Variationen dieser Sneakers. Die Adidas Superstars sind, wenn überhaupt, dem Hardcore-Genre zuzuordnen und somit primär nicht Emo. Sportschuhe, Lack- und Lederschuhe klares nein.

Accessoires

Hier sind wir in einem ganz wichtigen Bereich des Emostyles angekommen. Nahezu eine Frage der Ehre eines Emos ist das Tragen von Buttons… jeder Art. Möglichst von Bands, auf irgendwelchen Konzerten gekauft. Auffällig ist auch, dass Taschen, vornehmlich Umhängetaschen (sehr selten auch Rucksäcke) damit verziert werden. Auf einem Emobutton darf vieles stehen, nur nicht etwas das als nicht-Emo deklariert wird. Also ein U2 oder Tokio Hotel-Buttons sind absolute No-Gos. Besser eben Buttons von Kapellen, die keiner kennt und von denen man sagen kann, man hat die Erstpressung auf Vinyl zu Hause: “Ganz krasses Zeug.”

Weiterhin ist ein Nietengürtel sehr wichtig. Dieses gute Stück Emo ist natürlich dem Punk oder Hardcore entlehnt und konnte als eindeutiges Kennzeichen zu interpretieren werden. Da aber solche guten Stücke heute selbst bei C&A angeboten werden, fürchten vermutlich viele Emos um die Existenz ihres Lieblingsaccessoires.

Weitere wichtige Symbole sind der Rockebilly-Bewegung entlehnt. Als erstes hätten wir da für die Damen die Kirschen. Sie stehen für die Jungfräulichkeit - “cherry poppin” bedeutet soviel wie Kirschen zum Platzen zu bringen und steht halt für die Entjungerung. Auch der Eightball eines Billardspiels ist ein Symbol für Emos. Abern icht nur für diese auch Metaler schmücken sich gerne damit. Er steht vermutlich, aufgrund der Tatsache, dass er die letzte Kugel bei einem Poolbillardspiel ist, die gestoßen wird, für etwas endgültiges. Etwas, dass den Träger an sein Endgültigkeit erinnert. Da es auch gefährlich ist diese Kugel während eines Spiels zu spielen, kann sich auch für Gefahr stehen. Ein letztes Emosymbol sind Würfel; vor allem gefallene Würfel, die das Schicksal symbolisieren (Alea iacta est –>“Die Würfel sind gefallen.&rdquo oder als Glückssymbol dienen.

All diese Symbole werden gerne in Form von Ketten, Armbändchen, Haarreifen, Haargummis, Broschen, Ohrringe, Anstecknadel etc. getragen. Sind aber keine Pflicht.

Das Verhalten

Mhh. Schwieriges Thema. Man kann sich da leicht um Kopf und Kragen reden. Aus der Tatsache, dass Emo eine emotionalere Gangart des Hardcores ist - mit emotionaleren und persönlicheren Texten -, hat sich das Klischee entwickelt, dass in diesen Witzen aufs Korn genommen wird, dass Emos depri, selbstmordgefährdet seien und sich ritzen.

Also ich meine: Vielleicht ist es durchaus möglich, dass Emos emotionaler sind und sich ein wenig anders mit sich und der Umwelt auseinandersetzen, trotzdem existieren in allen Jugendkulturen deprimierte Menschen, die leider auch nicht zurückschrecken, sich selbst Wunden zuzufügen. Das ist aber nichts, was definitiv nur mit Emos zu tun hat. Leider ist klar, dass deprimierte Jugendliche sich eher in ein Musik- und Kulturgenre stürzen, in denen sowas eher zu Attitüde gehören könnte - als beispielsweise im HipHop oder Metal. Aber sicherlich sind emotionale Menschen (wenn das nicht für jeden Menschen irgendwo gilt) auch im Dark, Wave, Metal oder sogar HipHop zu finden. Diese Klischees sind bullshit und haben mit Emo genauso viel zu tun wie Bushido mit Emo.

Generell

Wenn Emo überhaupt so existiert hat, wie ich ihn beschrieben habe (in anderen Beiträgen), dann ist er imho nun tot. Das, was sich heute Emo schimpft, hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Emo zu tun. Es ist ein Jugendkultur entstanden, die sich aus den verschiedensten Strömungen speist und verschiedenste Ausprägungen entwickelt hat. Klar, kann das alles irgendwie unter Emo subsummiert werden, trifft aber dabei selten den Kern von Emo, der immer noch in der Musik liegt - liegen muss.

Viele der aktuellen Bands, die von ihren Fans und den Medien als Emo bezeichnet, haben damit im Grunde nichts mehr zu tun (Sie würden sich aus selbst niemals in diese Musikrichtung einordnen). Bei My Chemical Romance, Fallout Boy, Panic! At The Disco, AFI, Moneen sind die Hardcoreanleihen Strukturen gewichen, die diese Musik glatter, sauber, “produzierter” gemacht haben und vom eigentlichen Emogenre: Texas Is The Reason, Rites of Spring etc. weit enfernt hat.

Emo ist nicht mehr länger Emo… es ist Emo plus eine Jugendkultur mit breitgefächerten Subkulturen.


2.9.07 16:22
 


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